Folge 14 - Markus Koch, Mental-Coach

Shownotes

Inhalt der Episode

Mentalcoach Markus Koch, Weltmeistertrainer im Sportschießen und Kriminalhauptkommissar beim Bayerischen Landeskriminalamt, war einst selbst wegen mentaler Schwäche aus dem Landeskader ausgemustert worden. Genau das machte ihn zum Experten für Gehirntraining und Mentalcoaching, heute schult er Führungskräfte und Spezialeinsatzkräfte. Im Gespräch erklärt er das Prinzip der Neuroplastizität: Das Gehirn ist bis ins hohe Alter formbar und bildet durch ungewohnte Bewegungsreize aktiv neue Synapsen – mit einem Ausbreitungseffekt auf Kreativität, Stressfestigkeit und Fehlerresistenz. Praktische Tipps für den Büroalltag reichen vom Zähneputzen mit der falschen Hand bis zur einminütigen Pause nach 45 Minuten Bildschirmarbeit. Beim Thema Nervosität und Versagensangst plädiert Markus für Akzeptanz statt Widerstand: Wer Stresssymptome bewusst wahrnimmt statt sie zu bekämpfen, bleibt handlungsfähiger. Zum Abschluss gibt er einen Ausblick auf seinen interaktiven Vortrag bei der CRM Experience am 16. und 17. Juni in Würzburg.

CRM-Experience

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Transkript anzeigen

Jochen Seelig: C R M Experience, the Podcast.

Jochen Seelig: Präsentiert von snapAddy.

Jochen Seelig: Herzlich willkommen zum CRM Experience Podcast.

Jochen Seelig: Der erste dieses Jahr, den wir aufnehmen.

Jochen Seelig: Und ich freue mich sehr, einen spannenden Gast heute dabei zu haben, namens Markus Koch.

Jochen Seelig: Markus ist Mentalcoach.

Jochen Seelig: Aus dem Bereich Live-Kinetik bzw.

Jochen Seelig: allgemein aus Gehirntrainingsbereich mit einem ganz besonderen Hintergrund.

Jochen Seelig: Er ist ein Weltmeistertrainer im Sportschießen.

Jochen Seelig: Er ist selbst Leistungssportler und auch aktiv als Kriminalhauptkommissar oder Polizeifachlehrer.

Jochen Seelig: Und das macht ihn natürlich zu einem super spannenden Gesprächspartner, sowohl heute für unseren Podcast als auch für unsere CRM Experience. Herzlich Willkommen Markus, schön dass du da bist.

Speaker 2: Ja, mega herzliches Hallo, große Freude dabei sein zu dürfen.

Jochen Seelig: Markus, habe ich das Intro und auch dich einigermaßen gut vorgestellt oder würdest du was korrigieren?

Speaker 2: Nein, wunderbar, wir sind nur immer, ja, äh, man hört es immer, ist immer ein bisschen peinlich.

Speaker 2: Ja, weil es geht ja, die Meriten sind, die schwingen immer so mit und steigern hoffentlich auch die Akzeptanz, aber es geht ja immer darum, was kommt denn rüber.

Speaker 2: Genau, das ist das Allerwichtigste.

Speaker 2: Da hoffe ich mal, ein bisschen was beitragen zu können.

Jochen Seelig: Ich bin sehr gespannt, Markus, was du uns so beibringen kannst, weil wir sprechen heute ja so ein bisschen darüber, wie unser Gehirn eigentlich lernt.

Jochen Seelig: Also warum ist.

Jochen Seelig: Bewegung, warum spielt es eine entscheidende Rolle für die Konzentration, für die Kreativität und auch für die Leistung?

Jochen Seelig: Und ich

Jochen Seelig: interessiere mich sehr für das Thema, vielleicht auch, weil ich selber Sportler bin, also nicht nur Unternehmer, sondern auch Tennisspiele, zwar auf einem sehr niedrigen Level.

Jochen Seelig: Aber ich natürlich auch manchmal mental vor einer Herausforderung stehe, sowohl beruflich als auch privat und hoffe, dass ich da in den nächsten 30 Minuten ein bisschen mehr von dir darüber lernen kann, Markus.

Speaker 2: Ja, gebe alles.

Jochen Seelig: Prima.

Jochen Seelig: Ein paar Fragen erstmal zu dir als Person, Markus.

Jochen Seelig: Bist du eher Team früher Vogel oder Nachteule?

Speaker 2: Nachteule.

Jochen Seelig: Wie startest du morgens in den Tag, lieber mit Kaffee oder Bewegung?

Speaker 2: Kaffee?

Jochen Seelig: Kaffee?

Jochen Seelig: Was bringt dein Gehirn schneller in Schwung?

Jochen Seelig: Sport oder Espresso?

Jpeaker 2: Sport.

Jochen Seelig: Super.

Jochen Seelig: Jetzt hast du schon gesagt, oder ich habe dir auch gesagt, du bist Leistungssportler.

Jochen Seelig: Was machst du für einen Sport, Markus?

Speaker 2: Also ich komme tatsächlich aus dem Schießsport, Sportschießen, Luftgewehrschießen, da habe ich eben ja viele, viele Jahre, Jahrzehnte fast gemacht, über 1000 Wettkämpfe.

Speaker 2: Ist eine Sportart, die ist nicht besonders populär, weil es eigentlich langweilig ist zum Zuschauern, muss man ganz klar sagen.

Speaker 2: Allerdings betreiben die sehr viele Menschen, weil es halt ein Konzentrationssport auch ist.

Speaker 2: Und diese Konzentration kann man eben in alle Lebensbereiche natürlich gut übertragen und brauchen.

Speaker 2: Und das machen tatsächlich so eineinhalb Millionen Menschen.

Speaker 2: In Deutschland ist immer so ungefähr der viert-, fünftgrößte Sportverband.

Speaker 2: Im Deutschen Olympischen Sportbund.

Speaker 2: Und ja, da habe ich eben versucht, so weit wie möglich zu kommen und bin tatsächlich wegen mentaler Schwäche damals aus dem Landeskader rausgeflogen als Sportler.

Speaker 2: Weshalb dann meine Reise begonnen hat, mich für das Thema zu interessieren und das habe ich nie bereut.

Speaker 2: Also Gott sei Dank bin ich da rausgeflogen.

Jochen Seelig: Das heißt eigentlich so, der eigene Bedarf war da.

Jochen Seelig: Du hast selber mental gemerkt, ich komme da nicht weiter an der Stelle und dich dann damit beschäftigt.

Jochen Seelig: Hilfst du mittlerweile auch vielen anderen dabei?

Jochen Seelig: Also, du bist ja auch im Polizeiumfeld sozusagen tätig.

Jochen Seelig: Das heißt, wie kombinierst du jetzt dieses dieses Thema?

Jochen Seelig: Ja, Gehirntraining mit deinem beruflichen Karriere und auch mit dem Sportschießen.

Speaker 2: Also das lief lange Zeit getrennt tatsächlich und dann irgendwie durch Zufall.

Speaker 2: kam es da mal zum Connect und mittlerweile ist so, ich bin eigentlich beim Bayerischen Landeskriminalamt, bin aber mittlerweile abgeordnet zum psychologischen Dienst.

Speaker 2: Und meine einzige Tätigkeit ist es, Seminare, Workshops, Trainings zu machen für Führungskräfte, für Einsatzkräfte, für Spezialeinsatzkräfte.

Speaker 2: Und da spielt natürlich einmal Stressmanagement

Speaker 2: Vorwiegend allerdings danach gleich auch Gehirntraining, auch bei uns, Kreativitätsförderung durchaus in manchen Bereichen gefragt.

Jochen Seelig: Jetzt haben wir zuvor schon kurz mal gesprochen.

Jochen Seelig: Ich habe den Begriff in den Raum gestellt, Life-Kinetic.

Jochen Seelig: Das scheint etwas zu sein in dem Umfeld, was das beschreibt.

Jochen Seelig: Wobei du schon gesagt hast, naja, Life-Kinetik ist halt wie eine Marke oder etwas, was dementsprechend da im Raum steht.

Jochen Seelig: Aber im Ende geht es natürlich um Gehirntraining.

Jochen Seelig: Was ist dieser Ansatz?

Jochen Seelig: Also, ich glaube, Life-Kinetik wurde von Horst Lutz irgendwie erfunden, habe ich herausgefunden, oder erst zumindest der, der das initiiert hat.

Jochen Seelig: Wie würdest du das trennen?

Jochen Seelig: Also, was ist Life-Kinetik genau und was bedeutet das für Leute, die es noch nie gehört haben?

Speaker 2: Also Gehirntraining, Gehirn-Jogging kennen wir ja schon lange, sage ich einfach mal.

Speaker 2: Ich erzähle gerne, meine Oma hat immer Sudoku gemacht, dass sie halt ins Alter, ins hohe Alter fit bleibt, Gedächtnis fit bleibt.

Speaker 2: Und jetzt weiß man eben, allerdings erst seit 30, 40 Jahren, seit es diese bildgebenden Verfahren gibt, weiß man eben einiges über das Gehirn, einiges mehr.

Speaker 2: Und wenn ich Sudoku mache, dann wird mein Gehirn besser, ich werde besser, allerdings im Sudoku.

Speaker 2: Es fehlt der Ausbreitungseffekt.

Speaker 2: Wenn ich beim Gehirntraining Bewegung mit dazunehme, vielleicht auch noch Wahrnehmung so ein bisschen.

Speaker 2: Dann entsteht tatsächlich neuronales Wachstum, sprich, es werden schlicht neue Synapsen gebildet.

Speaker 2: Und das führt eben dann zu einem Ausbreitungseffekt.

Speaker 2: Das heißt, ich mache banale, koordinative Übungen, fordere mein Gehirn heraus.

Speaker 2: setzenden Reiz, sprich, das werden wir bei dir bei der Konferenz ja möglicherweise auch machen.

Speaker 2: Wir werfen zwei Bälle hoch, versuchen die mit überkreuzten Armen dann zu fangen.

Speaker 2: Das kennt den Gehirn nicht diesen Ablauf, dadurch wird ein Reiz gesetzt und dann sagt sich das Gehirn Mensch, das möchte ich beim nächsten Mal besser können

Speaker 2: und wird dann die nächsten ein bis zwei Tage tatsächlich ganz klassisch neue Synapsen bilden.

Speaker 2: Und die, das ist eben, muss man oft ein bisschen vermitteln eben zusätzlich, das liegt nicht so nahe

Speaker 2: Die helfen mir dann dabei, kreativer zu sein, stressfester zu sein, die Fehlerquote zu reduzieren.

Speaker 2: Das ist das Hochspannende an dem Thema.

Jochen Seelig: Wie genau muss denn dann diese Anforderungen ans Gehirn aussehen?

Jochen Seelig: Also ich zum Beispiel, ich habe als kleiner Junge angefangen, Schlagzeug zu spielen, Markus.

Jochen Seelig: Und das ist ganz cool, weil man ja wirklich halt dieses Überhandkoordination, du musst die Beine unterschiedlich von den Armen bewegen, du musst dementsprechend.

Jochen Seelig: .

Jochen Seelig: sowohl Noten lesen, verstehen, als auch die Bewegung dazu ausführen.

Jochen Seelig: Reicht das schon aus, um mein Gehirn sozusagen zu trainieren?

Jochen Seelig: Oder müsste ich zusätzlich noch irgendwelche Matheaufgaben lösen?

Speaker 2: Ja, das ist schon ein wunderbarer Reiz tatsächlich.

Speaker 2: Du brauchst beim Schlagzeugtraining, also sobald du bilaterale Übungen machst, du brauchst zum Beispiel beide Hände dafür oder auch noch Füße, Beine, ideal.

Speaker 2: Dann hast du eben mehrere Areale in deinem Kopf automatisch beteiligt.

Speaker 2: Wenn ich nur was mit der linken Hand mache, ist überwiegend die rechte Hirnhälfte gefordert.

Speaker 2: Die linke ist dann erstmal so, hat erstmal ein bisschen Sendepause, das ist so umgekehrt.

Speaker 2: Und Schlagzeug ideal.

Speaker 2: Wenn du jetzt noch, wie du es schon gesagt hast, kognitive Aufgaben dazu dir stellst oder löst, also eine Rechenaufgabe, eine Mathe-Aufgabe, hast du nochmal neue Areale mit dabei?

Speaker 2: Und dieser Effekt eben, ja, diese Neuroplastizität, dass eben zusätzliche Verbindungen im Gehirn geschaffen werden.

Speaker 2: Synapsen ganz klassisch.

Speaker 2: Der wird dadurch immens verstärkt.

Speaker 2: Wichtig nur, wenn man Instrument spielt.

Speaker 2: Das ist ideales Gehirntraining, tatsächlich.

Speaker 2: Auch schon ohne Mathe, damit noch viel besser.

Speaker 2: Allerdings sollte man es eben immer steigern.

Speaker 2: Sobald man ein Stück beherrscht, dann wird nur etwas aktiviert im Gehirn, das eh schon da ist, an Muster.

Speaker 2: Es wurde kein Neues geschaffen.

Speaker 2: Also bleiben wir zwar schlau, aber wir werden nicht noch schlauer.

Jochen Seelig: Verstehe.

Jochen Seelig: Ja, das, äh, ich fand es ganz spannend, weil, also beim Schlagzeugspielen hat es mir nie was ausgemacht, jetzt mit Armen und Beinen verschiedene Bewegungen und so zu machen.

Jochen Seelig: Ich habe dann vor ein paar Jahren aber auch angefangen, ein bisschen Klavier zu spielen.

Jochen Seelig: Und beim Klavier werden ja ganz andere Synapsen benötigt, weil ich ja mit der linken Hand etwas komplett anderes tun muss als mit der rechten muss und das nicht nur stupide, dass ich den Arm bewege, sondern wirklich einzelne Finger unterschiedlich bewege.

Jochen Seelig: Und das ist mir dann zum Beispiel sehr, sehr schwer gefallen, wieder auf Anhieb, da reinzukommen.

Jochen Seelig: Dann habe ich gemerkt, es ist doch ein anderer Ansatz, den das Gehirn dementsprechend braucht, um dann die einzelnen Finger nochmal.

Jochen Seelig: Zu koordinieren, als es im Vergleich zum Schlagzeugspiel, wo ich einfach nur mit der ganzen Hand eine Bewegung ausführe.

Speaker 2: Ja, ja.

Speaker 2: Grundsätzlich genügt allerdings der Reiz, der muss gar nicht so komplex sein.

Speaker 2: Also man kann eben

Speaker 2: Man kann ein strukturiertes Gehirntraining absolvieren, jede Woche eine Stunde oder fünfmal die Woche zehn Minuten.

Speaker 2: Super, ideal, allerdings ist es natürlich ein gewisser Aufwand.

Speaker 2: Vielleicht nicht jeder hat diese Zeit so reserviert oder verfügbar.

Speaker 2: Und man kann natürlich den Ansatz ein bisschen niedriger wählen mit

Speaker 2: Auch schon Effekten, nicht ideale Effekte, aber auch schon spürbar, auch messbare Effekte.

Speaker 2: Wenn ich jetzt zum Beispiel, hat man vielleicht schon mal gehört,

Speaker 2: beim Zähneputzen, Zähneputzen mit der ungewohnten Hand.

Speaker 2: Dann habe ich, ja, je nachdem, wie ich das zelebriere, sagen wir mal, zweimal zwei Minuten, habe ich schon vier Minuten Gehirntraining.

Speaker 2: Nur durch das, dass ich mit der unwohnten Hand die Zähne putze.

Speaker 2: Jetzt muss man allerdings beachten, man muss immer steigern.

Speaker 2: Wenn das also dann nach ein paar Wochen funktioniert,

Speaker 2: Dann kann man zusätzlich noch auf einem Bein balancieren zum Beispiel oder dann irgendwelche Figuren in die Luft malen, liegende Acht und so weiter.

Speaker 2: oder auch Aufgaben lösen oder Hauptstädte nennen.

Speaker 2: Da bräuchte man allerdings dann eine Unterstützung technisch oder

Speaker 2: mit Trainer Partner, je nachdem, aber dann habe ich schon mal vier Minuten.

Speaker 2: Wenn ich dann noch das Haar mit der ungewohnten Hand bürste

Speaker 2: Vielleicht das Brot mit der anderen Hand schmiere beim Mittagessen, das Besteck vertausche, die Maus, ja vielleicht auch gerne genommen, hat man vielleicht schon mal probiert, mit der anderen Hand bediene, immer mal wieder wechsle dann natürlich.

Speaker 2: die Kaffeetasse bis zur Oberflächenspannung fülle und dann eben mit der linken oder ungewohnten Hand zum Mund führe, nicht über der Tastatur.

Speaker 2: Das sind Kleinigkeiten, da komme ich sehr schnell auf 10 Minuten Training am Tag und dann habe ich schon einen sehr, sehr schönen Trainingseffekt tatsächlich.

Jochen Seelig: Wie kommt man auf solche Ideen, Markus?

Jochen Seelig: Also habe ich überhaupt die Chance, selber quasi mir immer wieder was einfallen zu lassen, um mein Gehirn zu joggen oder mein Gehirn zu trainieren?

Jochen Seelig: Oder wie hast du es dann auch konkret für dich angewendet mit dem Thema Sportschießen?

Jochen Seelig: Also ich meine, Sportschießen ist eine Übung, die ist, glaube ich, recht eindeutig.

Jochen Seelig: Man hält das Gewehr.

Jochen Seelig: Man zielt und man schießt.

Jochen Seelig: Da kann man jetzt ja nicht währenddessen noch unbedingt sagen, ich balanciere mit zwei Bällen, während ich schieße.

Jochen Seelig: Oder wie erst kannst du das da anwenden?

Speaker 2: Das ist tatsächlich was wird gesondert trainiert, so wie mentales Training generell

Speaker 2: Ist ja im Leistungssport so, die Saison ist gegliedert in verschiedene Phasen.

Speaker 2: Vorbereitungsphase 1, da ist sehr viel Mentaltraining.

Speaker 2: In der Wettkampfphase später wenig Platz.

Speaker 2: Allerdings kann man solche koordinativen Übungen auch natürlich, hat einen zweiten Effekt.

Speaker 2: einsetzen, um sich zu aktivieren.

Speaker 2: Also könnte man Trainingseffekt hin oder her, selbst ohne diesen zusätzlichen Reiz, wenn ich jetzt eine Übung, die ich schon

Speaker 2: auch beherrsche, jeden Morgen mache, wenn ich solange meinen Rechner hochfährt und dann eben irgendwelche Fingerübungen mache, Hase-Jäger oder L und O gemeinsam

Speaker 2: Dann habe ich eine aktivierende Wirkung, da muss ich gar nicht so sehr in den Trainingsreiz reinkommen.

Speaker 2: Und das ganz wichtig auch.

Speaker 2: Spaß, wenn eben Spaß mit dabei ist, Freude, wird Dopamin ausgeschüttet und mit Dopamin lernen wir eben wesentlich besser.

Speaker 2: Deshalb haben Kinder, deshalb lernen Kinder so genial gut, unter anderem deshalb

Speaker 2: 200, 300, 400 Dopamin-Schübe am Tag beim Kind.

Speaker 2: Deshalb lernt es eben auch so schnell.

Speaker 2: Und deshalb ist jeder eingeladen, auch bei solchen Übungen das Nicht Bierernst zu nehmen, wie sonstiges Training manchmal im Leistungssport, aus gutem Grund.

Speaker 2: Sondern das ist auflockernd, aktivierend und eben dann im besten Fall noch Gehirn fördernd.

Jochen Seelig: Was hast du dann konkret gemacht jetzt?

Jochen Seelig: Also du hast vorhin gemeint, du bist wegen mentalen Problemen damals aus dem Kader rausgenommen worden.

Jochen Seelig: Was hast du dann getan, um das zu ändern?

Jochen Seelig: Weil dein Ziel war es ja auf jeden Fall, mental mehr Stärke zu gewinnen.

Jochen Seelig: Genügt es dann, wenn ich sozusagen mehr Synapsen aufgebaut habe, weil ich mental einfach stärker bin?

Jochen Seelig: Oder wie geht man da strukturiert vor?

Speaker 2: Also, ich muss sagen, das Gehirntraining kam erst später dazu.

Speaker 2: Und ein Effekt allerdings dieses Gehirntrainings ist tatsächlich so ein Ausbreitungseffekt, man wird stressfester.

Speaker 2: Wie erklärt man sich das?

Speaker 2: Im Stress stellt das Gehirnareale ab.

Speaker 2: Dass man einfach da nur das verwendet und das unter Volllast, was man gerade dringend braucht.

Speaker 2: Und da kann man sich so erklären, je besser das Gehirn vernetzt ist, neuronal.

Speaker 2: desto handlungsfähiger ist man auch noch in diesem Abschaltzustand.

Speaker 2: So kann man es sich einmal erklären, und man verbindet auch so ein bisschen

Speaker 2: Den alten und den neuen Teil im Kopf, der alte, ganz klassisch, der ist halt nun mal identisch wie vor, sagt man ja, 300.

Speaker 2: 000 Jahren, seitdem Homo Sapiens gibt.

Speaker 2: Der spielt uns verrückte Informationen ein.

Speaker 2: Und im Kundengespräch, im Meeting, in der Präsentation denkt dieser alte Teil, wir sind in Lebensgefahr.

Speaker 2: Versagensangst, man hat Angst, dass was schief gehen könnte, dass man sich blamiert.

Speaker 2: Dass die anderen dann, weil sie sauer sind, einem die Keule drüber ziehen.

Speaker 2: So irrational denkt der alte Teil.

Speaker 2: Und durch diese Übungen, Gehirntraining.

Speaker 2: Habe ich diese Verbindung zwischen neuem Teil, mit dem ich bewusst denke und einrede, hey, das habe ich tausendmal gemacht, das geht doch um nichts, also außer um mein Wissen halt gut rüberzubringen oder jemanden zu informieren, zu überzeugen.

Speaker 2: Die Verbindung zwischen altem und neuen Teil wird gestärkt.

Speaker 2: Und dann bin ich da eher noch handlungsfähig, auch in Stresssituationen.

Speaker 2: Das ist so der Ansatz des Gehirntrainings und im Mentaltraining ganz klassisch.

Speaker 2: Geht es vorwiegend darum, wie gehe ich denn damit um, wenn ich nervös bin, wenn ich Versagensangst habe, wenn ich Zweifel habe, wenn ich unsicher bin?

Speaker 2: Wie kann ich mich gedanklich und gefühlsmäßig steuern?

Speaker 2: Das ist ein ganz, ganz großer Part.

Jochen Seelig: Wenn ich es jetzt zum Beispiel mal auf mein Tennisspielen umlege, Markus.

Jochen Seelig: Also, was ich selber merke, wir spielen ja in so einer Hobbyliga, also das ganz normale, niedrige bayerische Liga.

Jochen Seelig: Und dann gibt es Spieltage.

Jochen Seelig: Und wenn man am Spieltag spielt, dann sind es ja immer sechs Personen, die spielen erst ein Einzel und dann Doppel.

Jochen Seelig: Und man möchte natürlich selber seinen Beitrag zu der Teamleistung auch bringen und idealerweise sein Spiel gewinnen, egal ob im Einzel oder Doppel.

Jochen Seelig: um dementsprechend eben das Team zu unterstützen und zum Sieg hoffentlich beizutragen.

Jochen Seelig: Jetzt merke ich aber immer wieder, wenn ich dann an so einem Spieltag dastehe,

Jochen Seelig: Dass auf einmal das, was ich beim Training eigentlich ohne Probleme spielen kann, im Spiel auf einmal ganz anders aussieht.

Jochen Seelig: Weil man irgendwie nervös ist, weil man

Jochen Seelig: Es dann nicht schafft, in dem Moment den Schläger ganz durchzuziehen, weil man irgendwie im Kopf denkt, ah, scheiße, wenn ich den Punkt jetzt verliere, dann verliere ich dieses nächste Spiel oder wie auch immer.

Jochen Seelig: Was kann ich denn da konkret tun, mit Hilfe von Gehirn-Jogging oder Mentaltraining, um eben stressresistenter besser da reinzugehen?

Speaker 2: Ja, ein weites Feld.

Speaker 2: Kurz gesagt, das Wichtigste ist immer die Akzeptanz, sich das klarzumachen.

Speaker 2: Der normale Mensch reagiert auf seine Stresssymptome.

Speaker 2: Puls geht hoch, Hand wird kalt, man schwitzt, man zittert.

Speaker 2: Ist, seien wir uns ehrlich, ist nicht ideal für einen Tennisspieler.

Speaker 2: Ein wichtiger Punkt.

Speaker 2: Zitternder Arm, sind wir uns vollkommen einig.

Speaker 2: Der normale Mensch würde hingehen und sich dagegen wehren, sprich sagen: Hey, ich muss ruhig werden.

Speaker 2: So ruhig wie im Training, weg mit dem Zittern, Arm wieder ruhig.

Speaker 2: mich irgendwie runterbringen, dass ich eben wieder die Dinger treffe, gerade wenn es darauf ankommt.

Speaker 2: Das ist vom gesunden Menschenverstand her super.

Speaker 2: Allerdings passiert dann folgendes: Der alte Teil in meinem Kopf,

Speaker 2: fährt das Stressprogramm hoch, der alarmiert, weil ich vielleicht in einer fremden Umgebung bin oder halt andere Menschen da sind oder halt fürchte Konsequenzen, wenn ich jetzt schlecht spiele, selbst von meinem Team.

Speaker 2: Kollegen, dass die mir halt einen Spruch drücken oder so.

Speaker 2: Also irrational, der alarmiert, der fährt hoch und bringt mich, selbst wenn ich super spiele, ich höre oft, ja, aber es gibt doch keinen Grund, nervös zu werden.

Speaker 2: In dieses Kampffluchtprogramm zu geraten, wenn es super läuft.

Speaker 2: Ja doch, weil dann kommt der Gedanke, ja hoffentlich bleibt es so, was wenn nicht und so weiter.

Speaker 2: Und selbst wenn jemand gut ist.

Speaker 2: Dann sind andere vielleicht neidisch und man kriegt auch Gegenwehr.

Speaker 2: Also so funktioniert dieser alte Teil.

Speaker 2: Und wenn ich mich jetzt bewusst dagegen wehre.

Speaker 2: mit dem neuen Teil und sagt, weg mit der Nervosität, ich will jetzt wieder die Dinger treffen wie im Training.

Speaker 2: Dann muss ja eigentlich zwangsläufig im Kopf Verwirrung entstehen.

Speaker 2: Der alte Teil und der neue Teil gegenteilig bringen gegenteilige Infos, Botschaften.

Speaker 2: Und das kann zu einer Blockade führen.

Speaker 2: Also würde der erfahrene Kundige, das ist oft schnell vermittelt, Tennisspieler, hingehen, wenn diese Symptome aufkommen und wenn das beim Matchball ist oder beim Matchball gegen sich natürlich auch.

Speaker 2: Ist ja oft sehr eng in einem Tiebreak oder so.

Speaker 2: Würde dann hingehen und ganz kurz dieses Zittern, dieses wahnsinnig unangenehme Zittern im Ellbogen, kurz erforschen.

Speaker 2: Einfach mal kurz hingehen, aber wo genau zittert es denn?

Speaker 2: Im Ellbogen.

Speaker 2: Oben, unten, innen, außen, ist es ein dumpfes Zittern, ist es ein klares Zittern.

Speaker 2: Wo wird meine Hand kalt?

Speaker 2: Wo verändert sich jetzt mein Touch am Schläger?

Speaker 2: Und dann verliert diese Reaktion, die der alte Teil ja aus gutem Grund uns vermittelt.

Speaker 2: ihren Schrecken.

Speaker 2: Und die Champions, die sind nicht in den großen Momenten stoisch, ruhig, vollkommen tiefenentspannt im Megaflow.

Speaker 2: Da ist richtig Feuer unterm Dach im System, aber die wehren sich nicht dagegen, die spielen damit.

Speaker 2: Statt dagegen.

Speaker 2: Und das ist immer der erste Schritt.

Speaker 2: Das ist ein ganz kleiner Schritt, aber wenn ich mich sofort wehre, das ist eigentlich wie ich war auch polizeilich, lange im Projektmanagement, Organisationsberatungsbereich.

Speaker 2: Wenn ich mich gegen den Ist-Stand wehre und nur sofort eine Änderung will, das kann irgendwie nicht so funktionieren.

Speaker 2: Ich muss erst schauen, was da ist, dass das Neue dann auch passgenau ist.

Speaker 2: Also schaue ich mir den Ist-Stand, wenn der auch ekelhaft ist an, die Angst, das Zittern, die Nervosität.

Speaker 2: Akzeptiere es dann, also erst nur anschauen, das darf.

Speaker 2: Kacke, Entschuldigung, sein und sich anfühlen.

Speaker 2: Und dann mache ich mir kurz klar, ah ja, okay, Natur pur, alte Reaktion, passt, ist in Ordnung, Akzeptanz

Speaker 2: Und dann gehe ich damit um.

Speaker 2: Gehe ich damit um, indem ich sage, okay, ich arbeite jetzt damit statt dagegen, was viele Champions machen, weil gar nicht die Zeit ist, sich runterzubringen.

Speaker 2: Oder ich habe kleine Kniffe, kleine Schalter, zum Beispiel auch nur einmal lange ausatmen.

Speaker 2: Einmal lange ausatmen, um mich ein bisschen runterzubringen.

Speaker 2: Warum?

Speaker 2: Noch ganz kurz erklärt.

Speaker 2: Auch wieder evolutionär, der Vorfahrt im Stressprogramm und wir sind im Stressprogramm in dem Fall wäre nie auf die Idee gekommen, auch nur einmal

Speaker 2: Ach, nur einmal kurz lange auszuatmen, weil die Atmung im Stressprogramm ist eine kurze, flache Brustatmung.

Speaker 2: Und wenn jetzt der bewusste Teil im Gehirn es schafft vor diesem Matchball

Speaker 2: Einfach kurz zu sagen, okay, schnauf dich kurz runter und das machen wir ohnehin ja oft intuitiv.

Speaker 2: Atme kurz lange aus, dann schnallt sogar der alte Teil, hoppala.

Speaker 2: Atmet lange aus, also so schlimm kann es nicht sein und dann ist das Stressprogramm nicht weg, aber schon gedämpft.

Speaker 2: Ganz easy.

Jochen Seelig: Das heißt, man muss sich eigentlich dem bewusst werden, was gerade passiert, warum atme ich so, warum spiele ich gerade vielleicht schlechter als sonst, was bringt mich in diesen Stress rein.

Jochen Seelig: Und eher versuchen, damit umzugehen, weil verhindern kann man es eigentlich nicht, so wie du gerade sagst.

Speaker 2: Ganz genau.

Speaker 2: Man kann trainieren, runterzukommen, aber es wird immer in jeder

Speaker 2: Sportart bei jedem Menschen in jedem Business.

Speaker 2: Es wird immer Situationen geben, wo eben dieses mein Gehirn alarmiert, weil es neu ist, weil es ungewohnt ist.

Speaker 2: hundertmal gemacht, kein Problem, schüttel ich aus dem Ärmel.

Speaker 2: Es ändert sich ein Inhalt, irgendeine kleine Rahmenbedingung, zack, fährt das wieder hoch.

Speaker 2: Und dann gilt es das zu akzeptieren.

Speaker 2: Das ist wirklich Schritt eins, um sich klarzumachen.

Speaker 2: Nicht normale Reaktionen, mit mir stimmt was nicht.

Speaker 2: Ich bin das nervöse Hemd.

Speaker 2: Häufig Reaktionen Scham.

Speaker 2: Man schämt sich für Stress.

Speaker 2: Hoffentlich mag das keiner.

Speaker 2: Und da sind auch Erkenntnisse, wenn ich jetzt in einem harten Gespräch Stressreaktionen verspüre und versuche, die zu verdecken

Speaker 2: Das merkt des Gegenüber.

Speaker 2: Selbst wenn es Ihnen nicht auffällt, was die Stressreaktion ist, aber das merkt, irgendwas ist nicht mehr so stimmig.

Speaker 2: Wenn ich mit meinen Stresszeichen im Reinen bin.

Speaker 2: Wie vorher beschrieben, da vielleicht kurz vor A, wo genau hämmert denn mein Puls?

Speaker 2: Wo genau an der Stirn wird mir heiß?

Speaker 2: Wie fühlt sich das an?

Speaker 2: Wo ist es am heißesten?

Speaker 2: Dann bin ich damit im Einklang.

Speaker 2: Und das kann eine Sekunde dauern, das ist nur ein Bewusstsein.

Speaker 2: Also es wird von außen kein Mensch merken.

Speaker 2: Und so kann ich in Assessment Center, wie gesagt, in kritischen auch Business-Situationen durchaus schön bestehen.

Jochen Seelig: Okay, cool.

Jochen Seelig: Dann ist eine schöne Überleitung eigentlich zu unserem Alltag.

Jochen Seelig: Also die Personen, die auf der CRM-Konferenz sind, sind ja überwiegend Personen, die auch im Arbeitsalltag vor dem Bildschirm sitzen.

Jochen Seelig: Also wirklich Bildschirmarbeit haben, Büroarbeit.

Jochen Seelig: Und sich vielleicht manchmal wundern, warum dann die Konzentration und die Kreativität irgendwie nachlässt.

Jochen Seelig: Was für Tipps hättest du denn für die Personen, die wirklich halt im Alltag sehr viel mit dem Bildschirm arbeiten?

Jochen Seelig: Also wie kann ich sowas mit einbringen, um eben eine gewisse Abwechslung und Bewegung auch in den Alltag reinzukriegen, um mein Gehirn immer mal wieder zu fördern und zu fordern?

Speaker 2: Ja.

Speaker 2: Also auch schon genannte Dinge, die die Maus vielleicht mal mit der anderen Hand bedienen durchaus.

Speaker 2: Dann tatsächlich

Speaker 2: Also das klingt jetzt total uncharmant, auch aber Pausen machen.

Speaker 2: Das klingt auch einfach, aber es ist ja viel zu tun und man ist vielleicht gerade im Flow und hat nur hat einen Termin.

Speaker 2: Eine Deadline.

Speaker 2: Allerdings, es gibt noch keine besseren Erkenntnisse als die uralten.

Speaker 2: 45 Minuten ist unser Gehirn eben optimal leistungsfähig, konzentrationsfähig, danach.

Speaker 2: Das ist was Schönes am Schulsystem, 45 Minuten Unterrichtseinheiten.

Speaker 2: Danach nimmt es ab.

Speaker 2: Und dann täte ich gut daran, vielleicht Mini-Pausen zu machen.

Speaker 2: Minipausen und dann wirklich mal aufstehen und rechter Ellbogen zum linken Knie, linker Ellogen zum rechten Knie.

Speaker 2: Ist eine bilaterale Übung.

Speaker 2: Ich habe hier oben schon wieder ein bisschen was vernetzt.

Speaker 2: Wunderbar.

Jochen Seelig: Wie lange muss ich das machen?

Jochen Seelig: Also, wenn ich jetzt sage, ich mache 45 Minuten strukturiert Arbeiten am Laptop und dann wie lang muss die Pause sein, damit ich wieder die nächsten 45 Minuten durchballern kann?

Speaker 2: Da sage ich, eine Minute kann reichen.

Speaker 2: Eine Minute, eine Minute Pause.

Speaker 2: Und wenn ich dann vielleicht einen Pieper habe oder eine Erinnerung an

Speaker 2: einen Erinnerungston am Handy oder so.

Speaker 2: Eine, ich habe das oft schon in Workshops gemacht, eine Minute Pause pro Stunde.

Speaker 2:

Speaker 2: Egal, sobald es piept, eine Minute nichts tun.

Speaker 2: Erstens mal kommt eine Minute ewig lang vor.

Speaker 2: Und zweitens kommt einem diesen Tag anders vor.

Speaker 2: Der wirkt wirklich weniger hektisch.

Speaker 2: Ist ja irgendwo ganz normal.

Speaker 2: Unser Gehirn wird gestresst durch die Bildschirmarbeit.

Speaker 2: Ist ja in Ordnung.

Speaker 2: Und Stress

Speaker 2: sind über 20 Botenstoffe beteiligt, aber Cortisol ist sehr, sehr prominent.

Speaker 2: Adrenalin auch, aber Adrenalin baut sich tatsächlich relativ schnell von selbst ab.

Speaker 2: Cortisol bleibt lange.

Speaker 2: Und wenn ich halt dann wirklich in der Mittagspause es irgendwie schaffe, und wenn halt, ja, ich, man sich gegenseitig animiert

Speaker 2: da rauszugehen und mich ein bisschen zu bewegen.

Speaker 2: Das baut das Cortisol ab, nur die Bewegung.

Speaker 2: Und sonst habe ich das sehr lange im Körper, vielleicht sogar immer.

Speaker 2: Wenn ich dann abends noch natürlich mit

Speaker 2: gewissen Medien zu tun habe, haben muss, haben möchte, ist ja nicht verwerflich.

Speaker 2: Aber wenn ich nie Pausen mache.

Speaker 2: Dann bin ich immer im Stresslevel.

Speaker 2: Und dann ist klar, Cortisol, das ist, wirst du im Sport merken, das Cortisol-Stress ändert die Muskulatur.

Speaker 2: Ganz klar, aus Kampf.

Speaker 2: Kämpfen ist wichtig, aber wer nur kämpft, dann wird aus Kampf Krampf.

Speaker 2: Das wird sich auf den Bewegungsapparat auswirken.

Speaker 2: Genauso ist es im Business auch.

Speaker 2: Wenn ich immer auf Cortisol bin, dann werde ich verspannt im Schulternackenbereich tatsächlich.

Speaker 2: Und dann nach der Verspannung, ja

Speaker 2: Gibt es halt dann vielleicht auch diese ganzen Stresskrankheiten, die da gefördert werden.

Speaker 2: Also Ein-Minutenpause, vielleicht sogar.

Speaker 2: Wenn man was macht zwischendurch, alles hilft schon.

Speaker 2: Wenn ich nur einmal, haben wir ja vorher gehabt, wenn ich nur einmal lange ausatme,

Speaker 2: Dann ist vielleicht das Stressprogramm schon gemildert.

Speaker 2: Aber da komme ich normal nicht drauf, weil das kennst du vielleicht auch, ertappe ich mich auch selbstverständlich.

Speaker 2: Bei intensiver Arbeit, gerade am Bildschirm, hochkonzentrativ

Speaker 2: fällt mir dann manchmal auf, wie ich atme.

Speaker 2: Ja, so gut wie gar nicht.

Speaker 2: Ich wundere mich dann, dass ich nicht umfalle, weil diese Atmung ist so flach.

Speaker 2: Und so wenig, ja genau, so wenig mit Energie, Sauerstoff, Leistungsvermögen versorgend, das ist erstaunlich.

Jochen Seelig: Wir wollen ja, dass die Zuhörer auch was lernen.

Jochen Seelig: Deswegen gibt es eine Rubrik hier im CRM Experience Podcast, das Learning Snippet, Markus.

Jochen Seelig: Und ich habe mir eine Frage für dich ausgedacht, die glaube ich ganz spannend ist an der Stelle.

Jochen Seelig: Was ist denn eigentlich Neuroplastizität?

Speaker 2: Neuroplastisch ist unser Gehirn und das weiß man erst seit diesem bildgebenden Verfahren.

Speaker 2: Man dachte lange, Gehirn ist im Teenageralter, Anfang 20 spätestens ausgereift.

Speaker 2: Sprich, wir haben im Gehirn Zellen, Neuronen, Gehirnzellen und wir haben Zellbündel.

Speaker 2: Wo sich eben so Zellen zusammenschließen, zu bündeln.

Speaker 2: Hippocampus zum Beispiel, sehr prominent, wenn es um Gedächtnis geht und räumliche Orientierung.

Speaker 2: Und dann hat man tatsächlich festgestellt durch Studien, teilweise zufällig, und dann eben auch bestätigt, dass das Gehirn tatsächlich bis zum letzten Lebenstag umgebaut werden kann, weil es neuroplastisch ist.

Speaker 2: Ich kann einen Hippocampus

Speaker 2: Wachsen lassen, zum Beispiel mit diesen Gehirntrainingsübungen.

Speaker 2: Ganz prominentes Beispiel: Londoner Taxifahrer müssen eine der schwersten Wissensprüfungen der Welt absolvieren, die heißt The Knowledge.

Speaker 2: Und die müssen da, die Zahlen schwanken ein bisschen, aber so grob, 20.

Speaker 2: 000 Straßen und 10.

Speaker 2: 000 Sehenswürdigkeiten und Hotels auswendig lernen und jeweils die kürzeste Verbindung.

Speaker 2: Kann man überall nachgooglen, die Black-cap-Fahrer müssen diese Prüfung, auf die sie jahrelang lernen, absolvieren.

Speaker 2: Der Uber-Fahrer nicht, aber die müssen es drauf haben.

Speaker 2: Und jetzt hat man tatsächlich festgestellt, dass Londoner Taxifahrer, die diese Prüfung gemacht haben,

Speaker 2: Und da hatten die gar nicht so viel Bewegung mit dabei, vielleicht durch das räumliche Orientieren ein bisschen gefördert.

Speaker 2: Die hatten einen überproportional großen Hippocampus.

Speaker 2: Und das konnte man sich nicht erklären.

Speaker 2: Und kam dann drauf, ja, die haben eben.

Speaker 2: Als das Gehirn theoretisch schon ausgereift war, dieses lange, jahrelange Training betrieben und dadurch neuroplastisch den Hippocampus vergrößert.

Jochen Seelig: Ja, sensationell.

Jochen Seelig: Ich meine, das ist etwas, was definitiv jedem etwas hilft, wenn man weiß, wie man dementsprechend sein Gehirn trainieren kann.

Jochen Seelig: Gab es eine Situation in deiner Karriere, Markus, wo du sagst, boah, shit, irgendwie da bin ich nicht weitergekommen?

Jochen Seelig: Also hast du irgendwo gemerkt, mein Kopf spielt nicht mit und was hast du daraus gelernt?

Speaker 2: Also persönlich als Sportler müsstest du jetzt die Frage andersrum formulieren.

Speaker 2: Weil also Präzisionssport ist ein Fehlersport, genau wie Dart.

Speaker 2: Ich arbeite auch mit den besten deutschen Dartspielern.

Speaker 2: Man macht eigentlich ja ständig Fehler.

Speaker 2: Es gibt das optimale Spiel nicht.

Speaker 2: Und ja, da erkenne ich also wirklich krasseste Blackouts, natürlich Versagensangst, noch und nöcher.

Speaker 2: wirklich auch ein Zittern und sich schlecht fühlen, klein fühlen.

Speaker 2: Wegen mir hat die Mannschaft verloren.

Speaker 2: Ich habe die jetzt alle runtergezogen.

Speaker 2: Warum kann ich nicht meine Pace auf die Straße bringen aus dem Training?

Speaker 2: Also da, ähm, ja, allerdings, ich habe jetzt einfach, weil es immer weniger Zeit war, keine Wettkämpfe mehr gemacht, fünf, sechs Jahre lang.

Speaker 2: Und festgestellt, natürlich habe ich nach wie vor Stresssituationen, aber dieser Kick eines sportlichen Wettkampfs musst du bestätigen von einem Tennismatch, gerade von einem Engen auch

Speaker 2: Den gibt es sonst nirgends, weil jetzt im Business natürlich gibt es stressige Situationen, aber so dieses direkte Kämpfen, Wettkämpfen, das uns ja an den Genen liegt,

Speaker 2: Dieses wirklich Lernen zu gewinnen, auch wichtig, Lernen zu verlieren, noch viel wichtiger.

Speaker 2: Das am eigenen Leib zu erfahren, wie genial das ist.

Speaker 2: Ja, hoffentlich schaffe ich es.

Speaker 2: Mensch, oh toll.

Speaker 2: Und also das erlebt man halt im Sport schon sehr, sehr intensiv.

Speaker 2: Das ist toll, ja.

Jochen Seelig: Und ich finde, das hilft einem auch im Business-Kontext weiter.

Jochen Seelig: Also ich meine, in meiner Situation, ich verhandle auch teilweise mit Unternehmen oder habe stressige Situationen, in denen vielleicht auch mal was nicht funktioniert.

Jochen Seelig: Ich finde, man kann aus beiden Welten sehr gut Dinge miteinander kombinieren und lernen.

Jochen Seelig: Also sowohl das Gewinnen als auch das Verlieren, man muss auch ein guter Verlierer sein.

Jochen Seelig: Aber natürlich immer alles geben, um zu versuchen zu gewinnen, sowohl im Business-Kontext als auch im privaten Kontext oder im sportlichen Kontext.

Speaker 2: Absolut, absolut.

Speaker 2: Und das kann man sich eben abschauen und

Speaker 2: Es geht jedem gleich, der Olympiasieger hatte das Glück schon mit mehreren Arbeiten zu dürfen.

Speaker 2: Der hat eben auch immer wieder oder mehr vielleicht als wir Normalos.

Speaker 2: Frust, Angst, Unsicherheit, Zweifel.

Speaker 2: Das ist nicht so, dass der morgens aufsteht und in dem Dauerflow ist.

Speaker 2: Nein, um je mehr Druck

Speaker 2: desto mehr von diesen emotionen.

Speaker 2: Aber wenn ich die regulieren kann, and regulieren heißt, erst wahrnehmen, annehmen

Speaker 2: Und dann umgehen.

Speaker 2: Dann bin ich in allen Lebensbereichen super handlungsfähig.

Speaker 2: Und ich würde jetzt, wenn ich Unternehmer wäre, Nachteil, die sind natürlich lange raus.

Speaker 2: großes Thema in der deutschen Sportförderung, 10, 15 Jahre weg, aber ich würde immer sofort einen Leistungssportler einstellen, weil der halt mit Disziplin auch, ja

Speaker 2: Sogar Change Management haben die gut drauf, Umgang mit Niederlagen, kleinen Krisen, Misserfolgen, Motivation.

Speaker 2: Also ja, was will man mehr?

Jochen Seelig: Absolut.

Jochen Seelig: Markus, wir kommen langsam zum Ende.

Jochen Seelig: Ich möchte aber noch eine Frage stellen.

Jochen Seelig: Du bist ja auf der CRM-Experience dieses Jahr mit dabei, wirst auch einen Vortrag halten und du hast auch ein paar kleinere Übungen vorbereitet, die dann eben unsere Gäste.

Jochen Seelig: Selber austesten dürfen.

Jochen Seelig: Willst du da noch einen kleinen Ausblick geben?

Jochen Seelig: Also, was erwartet uns und was erwartet die Zuhörer und Besucher der CRM Experience auf der Konferenz?

Speaker 2: Also wir werden während dem Vortrag schon, vielleicht mit kleinen Hilfsmitteln oder auch nur mit dem Körper, da lässt sich auch schon viel machen, kleine Übungen absolvieren, die jeden, und das ist wirklich so gewollt.

Speaker 2: dass der Wachstumsreiz entsteht, jeden an die Grenzen bringen.

Speaker 2: Und das ist dann auch nicht irgendwie peinlich oder unangenehm, weil da geht es uns allen gleich.

Speaker 2: Und dann ist es am eigenen Leib erfahren.

Speaker 2: Einmal, wie reagieren wir, wenn wir einen Fehler machen, weil wir sind ja auf Perfektion getrimmt.

Speaker 2: Und den, ja, Mist, oh, peinlich blöd oder ah, Entschuldigung.

Speaker 2: Obwohl wir vorher hören, das werde ich ja vermitteln, zu vermitteln versuchen, dass nur der Fehler den Reiz setzt.

Speaker 2: Wenn ich es eben schon kann, passiert gar nichts im Kopf.

Speaker 2: wird nur nochmal abgespult, aber nur der Fehler, auch Fehlerkultur in Unternehmen, Kreativität fördern, wenn ich mich nicht traue, Fehler zu machen, nicht Grenzen überschreite, dann hemme ich Wachstum.

Speaker 2: Und da interessant wird es für jeden Mitmachenden sein, muss natürlich keiner, sich selbst da so ein bisschen wahrzunehmen, wie man reagiert, wenn man ein Mist baut.

Speaker 2: Hochspannend und wie man sich auch schnell dann sich regulieren kann und denkt, ja geil, jeder Fehler ist ein Erfolg.

Speaker 2: Und weiter geht's.

Jochen Seelig: Sehr cool.

Jochen Seelig: Wir freuen uns drauf, Markus.

Jochen Seelig: An der Stelle sage ich vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, diese halbe Stunde mit mir zu sprechen.

Jochen Seelig: Nochmal ein Hinweis auf unsere Konferenz.

Jochen Seelig: Falls ihr noch kein Ticket habt, dann ist es jetzt auf jeden Fall an der Zeit, sich da eines zu.

Jochen Seelig: Zu besorgen, die CRM Experience findet am 16.

Jochen Seelig: und 17.

Jochen Seelig: Juni in Würzburg statt.

Jochen Seelig: Dieses Jahr das erste Mal in einem Eventdorf beim Brückenbaron.

Jochen Seelig: Wo wir dementsprechend ja bis zu 450 Personen beheimaten können auf der Konferenz.

Jochen Seelig: Wir freuen uns schon sehr auf

Jochen Seelig: Dieses Highlight des Jahres sicherlich für uns und hoffentlich auch für viele, die kommen.

Jochen Seelig: Markus, ich freue mich, dich dort auch persönlich zu sehen und sage nochmal vielen Dank und wir hören und sehen uns.

Jochen Seelig: Vielen herzlichen Dank.

Jochen Seelig: Bis dann.

Jochen Seelig: Dir hat der Podcast gefallen?

Jochen Seelig: Dann ist unsere Konferenz, die CRM Experience, genau die richtige Veranstaltung für dich.

Jochen Seelig: Buche dir jetzt online dein Ticket unter www.crm-experience.de

Jochen Seelig: Wenn du möchtest, dass wir mehr Folgen produzieren, dann gib uns doch bitte eine 5-Sterne-Bewertung auf Spotify.

Jochen Seelig: Wir freuen uns sehr darüber.

Jochen Seelig: Dieser Podcast ist eine Produktion der snapAddy GmbH und neue Folgen erscheinen innerhalb einer Staffel immer montags.

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